Forschung

Im Zentrum meiner Forschungsinteressen steht die Frage, wie literarische Texte (und andere künstlerische Artefakte) gesellschaftliche Wirklichkeit reflektieren, wie sie mit kulturellen Kontexten interagieren und wie sie, im Rückgriff auf spezifische literarische Verfahren, eigene Wirklichkeiten schaffen. Meine Forschungsschwerpunkte sind dieser Frage in je unterschiedlicher Weise verpflichtet:

Theorie und (Kultur-)Geschichte der Idylle
In diesem aktuellen Schwerpunkt stellt sie sich als Frage einer spezifischen Gattungsform, ihrer narrativen Verfahren und ihres kritisch-utopischen Potenzials. Ich untersuche ‚Ordnungen der Idylle‘ vor allem in der Literatur des 19. Jahrhunderts, die mit idyllisierenden Verfahren auf Veränderungen sozialer, politischer oder kommunikativer Wirklichkeiten und die Dynamisierung von Wissensbeständen reagiert.

Themen: Idylle und Idyllik; Gattungstheorie; Narratologie; Literatur im Vormärz (v.a. Lyrik, Prosa, Journalismus); Reiseliteratur; Romantik und Realismus; Diskursanalyse und New Historicism; Gemeinschafts- und Nationaldiskurse; Literatur der 1950er Jahre; Wissenspoetik; Naturwissenschaften und Literatur; Gartenästhetik; Landleben-Fantasien; Literatur und Landwirtschaft.

Film- und Medienrhetorik
Meine Projekte zur Film- und Medienrhetorik setzen literarische Formen mit den Verfahren anderer Medien vergleichend in Bezug. Dabei interessieren mich vor allem visuelle Formen wie Film, Musikvideo oder Bilderbuch, die Interaktionen von Bild und Text sowie die ideologischen Dimensionen affektiver Bildrhetorik, wie ich sie am Beispiel aktueller Hollywoodfilme untersucht habe.

Themen: Pathoskonzepte; Theorie und Geschichte der Rhetorik; Filmsemiotik; Hollywoodkino; Filmgenres (Melodrama, Western, Musical, Heimatfilm); Film und Emotion; Film und Theater; Theatralität; Musikvideos in der Popkultur; Text-Bild-Verbindungen im 19. Jahrhundert; Zeitschriften; literarische Genrebilder.

Queer und Gender Studies
Eine genuin politische Dimension der Frage erschließen Projekte, die von den Anliegen und Methoden der Queer und Gender Studies inspiriert sind. Insbesondere Codierungen von Männlichkeit bin ich in unterschiedlichen kulturellen Kontexten nachgegangen. Dabei interessiert mich auch, ob und in welcher Weise literarische Texte (oder Filme) Alternativen zu gesellschaftlich etablierten Normen eröffnen.

Themen: Männlichkeits- und Weiblichkeitskonstruktionen in Literatur und Film; Geschlecht und Jugendkultur; Semiotik der Kleidung; Uniformierung; Psychoanalyse und Literatur; Schönheitskonstrukte; Queerness im Kinderfilm; Freak-Diskurse.